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Originaltitel


Dante Valentine: Teufelsbraut
von Lilith Saintcrow

auf Deutsch erschienen im Oktober 2008 im Egmont Lyx Verlag
431 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 9,95

übersetzt von Katrin Mrugalla und Richard Betzenbichler
ISBN-10: 380258175X
ISBN-13: 978-3802581755


Leseprobe

Mein Arbeitsverhältnis mit Luzifer begann an einem regnerischen Montag. Ich hatte mich auf einen langen gemütlichen Nachmittag mit Holovid-Seifenopern und ein wenig Divination eingerichtet und breitete gerade Karten und Runen auf dem blauen Seidentuch aus, als es so laut an meiner Haustür klopfte, dass die Wände wackelten. Meine lackierten Fingernägel kratzten über den Tisch, als ich eine Karte umdrehte, und der Bernsteinring an meinem linken Mittelfinger blitzte auf. Die Karte des Teufels pulsierte und landete auf einem Häufchen flacher Runensteine, ohne dass ich sie berührt hätte. Die Karte, die ich umgedreht hatte, war leer. „Interessant“, sagte ich und spürte, wie mir eine Gänsehaut über den Rücken lief. Ich schwang mich von dem roten, abgetretenen Teppich hoch und tappte barfuß hinaus in den Flur. Meine Ringe blitzten, grüne Funken stoben hervor und peitschten meine Finger entlang. Stirnrunzelnd schüttelte ich sie ab. Die Psinergie-Linien, mit denen meine Haustür verbunden ist, wirbelten beunruhigend hin und her. Irgendetwas Scheußliches stand draußen auf der Treppe. Ich zog meine Jeans hoch, griff nach dem Schwert, das an der Wand hing, nahm es herunter, packte das Heft und streifte die Scheide ab. Hinter dem Spion in der Tür lag alles in völliger Dunkelheit. Ich hielt mich gar nicht erst damit auf hindurchzuspähen. Stattdessen berührte ich mit den Fingerspitzen der rechten Hand die glatte Eisentür. Meine Ringe klirrten und schillerten in wech selnden Farben, während sie den Energiefluss des Wesens auf der anderen Seite der Tür einfingen. Oh Götter des Himmels und der Unterwelt, dachte ich, was auch immer das ist, es ist riesig. Darauf gefasst, dass mich jemand entweder umbringen oder mir einen neuen Job anbieten wollte, entriegelte ich die Tür und trat, das Schwert halb gezogen, einen Schritt zurück. Das leuchtende Blau von mit Psinergie geladenem Stahl durchflutete meinen Flur und wurde von den weißen Wänden und dem hohen Spiegel neben meinem Garderobenständer zurückgeworfen. Ich wartete. Die Tür knarrte, als sie langsam geöffnet wurde. Fehlt nur noch ein bisschen stimmungsvolle Musik, dachte ich ironisch und beschloss, meine Haut teuer zu verkaufen, falls jemand vorhatte, mich umzubringen. Ich kann mein Schwert in etwas weniger als eineinhalb Sekunden ziehen. Glücklicherweise erwies sich das als unnötig. Vor meiner Tür stand ein großer, hagerer Mann mit goldfarbener Haut. Er trug schwarze Jeans und einen langen schwarzen Mantel mit Stehkragen. Die silberglänzende Waffe, die er auf meine Brust gerichtet hielt, war kaum weniger irritierend als die Tatsache, dass seine Aura von verschlungenen, schwarzdiamantenen Flammen umhüllt war. Er hatte kurzes dunkles Haar, lasergrüne Augen, ein unauffälliges Gesicht und traumhaft breite Schultern. Klasse, dachte ich. Vor meiner Tür steht ein Dämon. Ich rührte mich nicht. Ich atmete sogar kaum mehr. „Danny Valentine?“, fragte er. Nun ja, eigentlich klang es eher wie ein Befehl. „Wer will das wissen?“, schnauzte ich zurück. Die silberne Waffe sah nicht wie eine Plaspistole aus, sondern eher wie eine altmodische 9mm.  


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WerwolfDämonscifiVampire
Urban Fantasy
Es sollte eigentlich ein ruhiger Tag für die Kopfgeldjägerin und Nekromantin Dante Valentine werden. Doch dann klopft es an ihre Haustür und davor steht ein mächtiger Dämon, der sie mit einer Waffe bedroht und ihr befiehlt, mit ihm zu kommen. Er bringt sie in die Hölle zu seinem Meister, dem Dämonenfürst Luzifer, der einen Auftrag für Dante hat. Zuerst kann sie es gar nicht glauben, doch sie soll den abtrünnigen Dämon Santino fangen und ihm ein wichtiges Artefakt, ein Ei, abnehmen. Zur Unterstützung bekommt sie den Dämon Japhrimel zur Seite gestellt. Durch einen Bindungszauber ist Japhrimel an Dante gefesselt und muss sie mit seinem Leben verteidigen, sonst wäre sein Auftrag gescheitert und sein Leben verwirkt. Die Einzelkämpferin Dante ist überhaupt nicht begeistert davon, einen ständigen Begleiter zu haben und nimmt sich vor, Japhrimel so schnell wie möglich loszuwerden. Doch der charismatische, düstere und wortkarge Dämon ist mächtiger als sie denkt und weicht nicht von ihrer Seite, rettet ihr eher noch das Leben. Doch der Auftrag ist Dante erstmal wichtiger, denn Santino ist ein alter Bekannter, mit dem sie noch eine Rechnung offen hat. Er hat das Leben ihrer besten Freundin Doreen auf dem Gewissen und auch Dante entkam nur knapp dem Tod durch Santinos Hand. Bei den Vorbereitungen für die Jagd bittet sie ihre Freundin und Polizistin Gabe um Hilfe, die sich spontan entscheidet, Dante auf dieser gefährlichen Mission zu begleiten. Bald merkt Dante, dass der Auftrag, den sie angenommen hat, gefährlicher ist, als sie gedacht hat.

Hart, schnell und direkt, so ist der Schreibstil von Lilith Saintcrow. Ohne große Einleitung wird der Leser in eine komplexe Zukunftswelt katapultiert und von neuen Begriffen und Gegebenheiten wahrlich überschwemmt. Die Autorin hat für ihre Geschichte eine bis ins Detail gestylte Fiktion entworfen, die für den Sci-Fi-ungeübten Leser eine Herausforderung darstellt. Viele Worte sind neu erfunden, an bestehende Marken oder Firmen angelehnt und werden oft nicht näher erläutert. Da sollte man dann das Glossar am Ende des Buches zu Rate ziehen. Von Beginn an wird klar, dass es sich hier um keinen klassisch aufgemachten, sich langsam entwickelnden Liebesroman handelt. Genau genommen ist es ÜBERHAUPT kein Liebesroman. Schwerpunkt liegt ganz klar auf der atemberaubenden Action und dem unglaublichen Abenteuer, das Dante erlebt. Sie selbst ist eine ehrgeizige, sture, ernste und faszinierende Persönlichkeit, die zwar mit vielen Talenten ausgestattet ist, aber dennoch irgendwie bodenständig wirkt. Wirklich ausnahmlos perfekt gelungen ist das Zusammenspiel zwischen ihr und dem Dämon Japhrimel, der eine einmalige Figur ist. Seine Andersartigkeit wird durch jede seiner Handlungen und Gesten unterstrichen und die Autorin schafft es, ihn zu einer geheimnisvollen, exotischen Kreatur zu machen obwohl er - fast - wie ein Mensch aussieht. Alle anderen Charaktere sind auch gut dargestellt, glaubhaft und keinesfalls langweilig. Dass bei solch aufgedrehten Action-Thrillern immer ein wenig übertrieben wird, ist ja klar. Dante hat eine exzellente Kampfausbildung, ist eine begabte Nekromantin, sieht gut aus etc etc. Doch es läuft nicht immer allles so glatt für sie, und genau diese Ecken und Kanten machen den wirklichen Reiz des Buches aus. Dass sie anfangs Japhrimel nicht leiden kann, dass sie mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat, dass sie nicht weiß, wem sie trauen kann. Insgesamt ist das Buch derart spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Man hetzt quasi durch die Schauplätze und fiebert mit Dante und ihren Kumpanen. Und dann ist da noch die ungewöhnliche, fast ätherische Beziehung zwischen Japhrimel und Dante, die ich in dieser Art auch noch in keinem Roman gesehen habe. Achtung MEGA-SPOILER: Natürlich konnte ich mich mit der Entscheidung der Autorin, Japhrimel am Ende sterben zu lassen, nicht abfinden und das ist es auch, was das Lesevergnügen letzten Endes ein wenig bitter gemacht hat, doch im zweiten Band sieht ja alles anders aus.

Fazit
Schonungsloser, perfekt durchgestylter Sci-Fi-Thriller mit einer harten Heldin und spannender Story. Kein Liebesroman.













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