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Susan Squires

Mein dunkler Gefährte
von Susan Squires

erscheint auf Deutsch im Februar 2010 im Bastei-Lübbe Verlag
464 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 6,99

übersetzt von Ulrike Moreno
ISBN-10: 3404187474
ISBN-13: 978-3404187478


Leseprobe

El Golea in der Sahara, August 1818 Seine Angst ließ nach, als er vor ihr kniete und sie unter halb gesenkten Lidern ansah. Ihre langen Fingernägel schimmerten golden, als sie ihn zu sich winkte. Sie ruhte auf einem Diwan und trug ein Gewand aus blutroter Seide, das ihren Leib wie ein hauchzarter Schleier verhüllte. Ein Gürtel aus Gold lag um ihre Taille. Draußen begann der Wind zu heulen und trieb den Wüstensand gegen die Zeltwände. Im Innern des Zeltes war es heiß und stickig. Er nahm denDuft von Zimt wahr, der sich mit einem Geruch vermischte, den er nicht kannte. Im gedämpften Licht glänzte die Haut der Frau feucht, und die Energie, die sie ausstrahlte, schien die Luft zum Flimmern zu bringen.Unter der fast durchsichtigen Seide waren ihre Brüste deutlich zu erkennen. Er wollte nicht auf sie reagieren . . . aber sein machtvolles Begehren ließ sich nicht bezwingen. »Komm«, sagte sie, und er wusste, dass er sich in den Tiefen ihrer schwarzen Augen verlieren würde. Wie benommen stand er auf. Sein nackter Körper war noch feucht von dem Bad, das er imkleinen Teich der Oase genommen hatte. Er blutete aus denWunden an seiner Schulter und seinem Schenkel. Es würde ihr gefallen. Sie zeigte auf den Platz an ihrer Seite. Er ging zu ihr und ließ sich wieder auf die Knie fallen, denn erwusste, was sie wollte.Und erwollte es ihr geben.Erwollte esmehr, als er jemals etwas anderes in seinem Leben gewollt hatte.Er hob dasGesicht zu ihr empor, als sie den Kopf senkte. Ihre Brüste streiften ihn verführerisch, ihre Lippen berührten weich und zart seinen Mund. Er küsste sie begierig. Ein Teil von ihm war sich der Gefahr bewusst, aber das Pochen in seinen Lenden verstärkte sich, bis er verloren war. Als sie nach ihm griff, begannen ihre Augen rot zu glühen, blutrot wie das Seidengewand, das sie trug.
Heiseres Flüstern und leises Stöhnen weckten ihn aus dem Albtraum. Jede Faser seinesKörpers schmerzte. Ihm wurde bewusst, dass es sein Stöhnen gewesen war, das er gehört hatte. »Nun tu es schon«, flüsterte jemand auf Arabisch. Er öffnete mühsam die Augen. Grelles Licht blendete ihn. Einige Männer standen um ihn herum. Sie trugen Burnusse. Ihre Silhouetten hoben sich mit schneidender Klarheit vor dem grellen Licht ab, das durch die Tür hereinfiel. Der Widerschein brach sich in der Klinge eines erhobenen Schwertes. Aber er war zu schwach, zu mutlos, um sich gegen den Tod zu wehren. Er konnte nur noch die Augen schließen. Plötzlich Schreie! Chaos! »Was tust du da, Mann?«, brüllte jemand. »Jenks! Kiley!« Zitternd schrak er vor dem Licht zurück und duckte sich. »Lass es ihn zu Ende bringen«, zischte einer der Araber. Er sprach jetzt englisch. »Er ist böse. Er trägt die Narben.« »Niemand wird hier umgebracht! Wir befinden uns hier auf englischem Boden!«, schrie der Engländer.



  Schund     mehr        geht so  
                   schlecht
                   als recht
Vampire
Romantic Fantasy - Historic
Beth Rochewell, Tochter eines Archäologen und Ian Rufford, ein englischer Adliger, begegnen sich zum ersten Mal auf dem Frachtschiff Beltrane auf dem Weg nach Großbritannien. Beide haben sie ein hartes Schicksal hinter sich. Beth hat ihren Vater durch einen Unfall verloren und kann ihr geliebtes Leben in Afrika als alleinstehende Frau nicht weiterführen. Und Ian wurde von Piraten überfallen, verschleppt und als Sklave an die grausame Aharti verkauft. Doch der Dienst als Träger in der unbarmherzigen Wüste war nicht das Schlimmste: Asharti ist ein unmenschliches, blutsaugendes Wesen mit unvorstellbarer körperlicher und geistiger Macht. Sie hat sich Ian untertan gemacht und sein Blut getrunken. Doch im Moment seines Todes gelangt ein Tropfen des mächtigen Blutes in Ians Mund und fortan ist er verflucht, so zu sein wie Asharti. Auf dem Schiff lernen sich Beth und Ian langsam kennen und schätzen, doch Ian setzt alles daran, seine Andersartigkeit zu verbergen. Er ist voller Scham über sich und hofft auf einen Arzt in England, der ihn eventuell heilen kann. Doch die kluge, belesene Beth merkt schnell, dass mit Ian etwas nicht stimmt und kommt ihm auf die Spur.

Mein Dunkler Gefährte ist eine recht gelungene Mischung aus klassischem historischen Liebesroman und exotischem Abenteuer. Susan Squires hat einen ausführlichen, getragenen Schreibstil mit vielen schnörkeligen Wendungen und ausgiebigen Beschreibungen. Mühelos füllt sie die Seiten mit Monologen und Rückblicken um einen genauen Einblick in die Charaktere zu geben. Ian ist das typische Beispiel eines Vampirs, der keiner sein will. Sein Selbsthass kennt keine Grenzen und er verflucht sich selbst zu einem Leben in Einsamkeit oder sogar dem Tod. Sein Charme und seine Anziehungskraft werden fast völlig von diesem wehleidigen Bild überlagert. Beth hingegen ist eine mutige, intelligente und offenherzige Person, die in ihrer Unschuld schon fast heilig wirkt. Sie kann Ian sofort akzeptieren, nimmt Gefahren auf sich um ihm zu helfen und bleibt ihm im Herzen immer treu. Er hat sie nicht verdient, das habe ich am Ende des Buches gedacht. Die Geschichte an sich ist nicht verkehrt, leider zieht sie sich am Anfang sehr, was die Lektüre der ersten Hälfte etwas zäh macht. Hat man dann diverse Rückblicke und Annäherungsversuche der Protagonisten hinter sich, entwickelt sich gegen Ende ein recht interessantes Abenteuer mit Spannung und Action. Trotzdem war ich nachher nicht sehr begeistert, insgesamt war der Eindruck des Buches eher ernüchternd. Zum großen Teil lag das für mich am Fehlen von Liebe und Leidenschaft. Wo zu Beginn kühle Zurückhaltung und Berechnung herrscht, überschattet später die Vergangenheit das romantische Szenario. Auch wenn ich keine vor Schmalz triefende Romanze wie bei C. Feehan erwartet habe, entpuppte sich Susan Squires Roman als eher zu distanziert-realistisch. Irgendwie konnte ich auch nichts damit anfangen, dass Vampirismus durch einen außerirdischen Virus ausgelöst wird, der "Gefährte" genannt wird und sich mit den körpereigenen Genen vermischt. Er kann durch bloße Willenskraft "gerufen" werden und verleiht übermenschliche Kräfte, Unsterblichkeit und die Fähigkeit, andere mental zu beeinflussen. Dieses Motiv gefällt mir auch bei Lara Adrians Breed Reihe nicht besonders.

Fazit
Exotisch-historischer Liebesroman mit einem allzu menschlichen Vampir und einer sympathischen Heldin. Etwas lahm.











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