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Originaltitel


Nacht des Begehrens
von Kresley Cole

auf Deutsch erschienen im Sept 08 im Egmont Lyx Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 9,95

ISBN: 3802581741
EAN: 9783802581748
Übersetzt von Bettina Oder


Leseprobe

Eine Woche später … Auf einer Insel in der Seine, vor dem Hintergrund einer zeitlosen Kathedrale, kamen die Bewohner von Paris zusammen, um sich zu amüsieren. Emmaline Troy suchte sich ihren Weg durch Feuerspucker, Taschendiebe und die chanteurs de rue. Sie schlenderte durch ganze Scharen schwarz gekleideter Gothics, die Notre Dame umschwärmten, als ob die Kirche ihr Mutterschiff wäre, das sie nach Hause gerufen hätte. Und dennoch erregte sie Aufmerksamkeit. Die menschlichen Männer, an denen sie vorbeiging, wandten ihr langsam die Köpfe zu, um sie zu betrachten, meist mit gerunzelter Stirn – sie spürten etwas, waren sich aber nicht sicher, was. Wahrscheinlich eine genetisch bedingte Erinnerung aus ferner Vergangenheit, in der sie ihre wildeste Fantasie oder ihren düstersten Albtraum wiedererkannten. Emma war weder das eine noch das andere. Sie war eine Studentin in Paris – genauer gesagt, eine frischgebackene Absolventin der Tulane University in New Orleans –, einsam und hungrig. Erschöpft, nachdem sie ein weiteres Mal erfolglos nach Blut Ausschau gehalten hatte, ließ sie sich auf eine Bank unter einer Kastanie sinken, den Blick fest auf eine Kellnerin gerichtet, die im Café gegenüber eine Espressomaschine bediente. Wenn doch Blut nur ebenso leicht fließen würde, sinnierte Emma. Ja, wenn es warm und sättigend aus einem nie versiegenden Hahn fließen würde, dann würde sich ihr Magen nicht schon beim bloßen Gedanken daran vor Hunger zusammenkrampfen. Hungertod in Paris. Noch dazu ohne einen Freund. Konnte es etwas Schlimmeres geben? Die Liebespaare, die Hand in Hand über den Kiesweg spazierten, schienen sie in ihrer Einsamkeit zu verspotten. Lag das bloß an ihr oder sahen sich Liebende in dieser Stadt noch verliebter an? Vor allem im Frühling. Krepiert doch alle, ihr Bastarde! Sie seufzte. Es war nicht deren Fehler, dass sie Bastarde waren, die den Tod verdienten. Der Blick aus ihrem leeren Hotelzimmer und die Vorstellung, dass sie in der Stadt der Lichter einen neuen Blutdealer finden könnte, hatten sie dazu veranlasst, sich in dieses Getümmel zu stürzen. Ihr früherer Dealer hatte sich aus dem Staub gemacht, er hatte Paris verlassen und war nach Ibiza geflüchtet. Er hatte keine vernünftige Erklärung abgeliefert, warum er seinen Job aufgab, sondern nur gesagt, dass in „gä Pari“ mit der „Ankunft des auferstandenen Königs“ so eine „verdammte Riesenscheiße“ im Anmarsch sei. Was auch immer das heißen sollte. Als Vampir war sie ein Mitglied des Mythos, jener bunten Schar von Lebewesen, die die Menschen zu der Überzeugung gebracht hatten, dass sie ausschließlich in deren Fantasie existierten. Doch auch wenn hier zahlreiche Angehörige der Mythenwelt anwesend waren, war es Emma bislang nicht gelungen, einen Ersatz für ihren Dealer zu finden. Jedes Geschöpf, das sie aufspürte, um es zu fragen, flüchtete vor ihr, nur weil sie ein Vampir war. Sie machten sich eiligst aus dem Staub, ohne zu ahnen, dass Emma nicht einmal ein Vollblutvampir war, geschweige denn, dass sie ein Feigling war, der noch nie im Leben ein anderes Lebewesen gebissen hatte.

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WerwolfDämonVampire
Romantic Fantasy - Erotic Fantasy
Seit 150 Jahren ist Lachlain Gefangener der Vampire und fristet in einem Kerker unter Paris ein erbärmliches Dasein. Als er eines  Tages seine Gefährtin in der Nähe wittert, erwacht in ihm der letzte Kampfgeist und er kann sich befreien, indem er sein eines Bein  opfert. Emmaline ist zu Tode erschrocken, als plötzlich ein blutiger, verwahloster Mann neben ihr auftaucht und sie mit sich schleift.  Eigentlich hat sich die Halbvampirin/Halbwalküre auf eine Reise nach Europa begeben um Informationen über ihre verschollenen Eltern  zu finden. Doch ihr Treffen mit Lachlain bringt ihre vorher so behütete Welt ins Wanken. Von Walküren beschützt aufgewachsen, hatte  Emma nie Kontakt zu anderen Vampiren und musste nie kämpfen oder sich verteidigen. Nun steht sie dem mächtigen Lachlain  gegenüber, der sie einfach in Beschlag nimmt und überredet, ihn nach Schottland zu bringen. Er bedient sich einfach ihrer Kreditkarte  und sperrt sie in ein Hotelzimmer ein. Emma ist verwirrt, denn er spricht ständig von seiner Gefährtin und seine Annäherungsversuche  sind ihr mehr als suspekt. Trotzdem geht eine große Faszination von dem schönen Mann aus und Emma ist neugierig auf seine  Zärtlichkeiten. Als sie es eines Abends vor Blutdurst nicht mehr aushält und an seine Vene geht, spürt sie sofort, dass sich eine tiefe  Verbundenheit zwischen ihnen aufgebaut hat. Doch Lachlain geht nicht sehr zaghaft mit ihr um, immer wieder übermannen ihn  Wahsinn und Wutanfälle. Als er sie in blinder Wut beinahe erwürgt, zieht sich Emma mehr von ihm zurück. Sie glaubt, wenn sie ihn  nach Schottland bringt, ließe er sie im Austausch dazu gehen. Doch Lachlain hat nicht vor, sie jemals wieder entkommen zu lassen,  auch nachdem ihre Verwandten drohen, ihn dafür umzubringen. Lachlain muss Anspruch auf Emma erheben, bevor der nächste  Vollmond kommt und er zur Bestie wird, das heißt, er muss ihr die Unschuld nehmen...

Nichtsahnend schlägt man dieses Buch mit dem relativ dezenten Coverbild auf und hält vor Überraschung die Luft an. Bereits auf den  ersten 10-20 Seiten wird deutlich, dass es hier weder dezent noch zaghaft vorgegangen wird. Die Wortwahl ist absolut direkt,  unverblümt und eindeutig sexuell. Mit starken Worten wird die Figur des Lachlain beschrieben, und dem Leser mag wohl schwindlig  werden von all den männlichen Attributen und seiner unglaublichen Wildheit und Brutalität. In genau dem selben Tonus geht die  Geschichte auch weiter, die Autorin konzentriert sich fast ausschließlich auf die Begegnung Lachlain-Emmaline und ergeht sich in  dieser mit ausschweifenden Anzüglichkeiten und ultimativen Adjektiven. Es ist, als würde Emma überrollt werden von diesem Lykae  König und genauso geht es dem Leser. Er kommt mit einem unstillbaren Hunger zu ihr (A hunger like no other passt wirklich), und es  dreht sich wirklich ständig darum, wie er sich kaum zurückhalten kann, über sie herzufallen. Sehr explizit werden immer wieder  sexuelle Situationen entwickelt und die beiden Hauptcharaktere sind beide auf ihre Art nicht zimperlich. Was mir nicht so sehr  gefallen hat, war der leicht flapsige und humorige Einschlag bei Kresley Cole's Schreibstil. Besonders Emma lässt sie oft seltsam  reagieren, mal ängstlich, mal frech, mal sinnlich. Sehr unausgewogen insgesamt, daher wirrt man so ein bisschen zwischen den  Stühlen hin und her. Lachlain dagegen ist einfach nur der typische starke Mann, der von einer Frau nach und nach weichgespült wird.  Alle anderen Charaktere in dem Buch sind entweder flach, dämlich oder nervig. Besonders die Walküren sind ein lustiger, abgedrehter  Haufen, bei dem die Autorin wohl alle ihre Fantasien und Verrücktheiten ausgelebt hat.  Eine richtige Story gibt es eigentlich nicht, prinzipiell geht es nur darum, wann die beiden sich endlich kriegen. Das aber hat die  Autorin richtig gut angepackt, es liest sich flüssig, amüsant und prickelnd erotisch. Was sie kann, hat sie auch mehr als genug  präsentiert, man wird von Liebesszenen praktisch überschüttet. Da wirken sämtliche konstruierten Nebenhandlungen irgendwie fehl  am Platz. Alles was da eingestreut wird über Akzession (Kampf aller Mythischen Wesen der Welt), Hierarchien innerhalb der Vampire  etc. kann man gar nicht richtig wahrnehmen, da spätestens drei Zeilen später Lachlain schon wieder einen Harten hat.

Fazit
Prickelnd erotischer Roman in eigenwilligem Stil.  











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