von Kresley Cole
Erscheinungsdatum: Oktober 2011
Verlag: Egmont Lyx
Ausgabe: kartoniert mit Klappe, 496 Seiten
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-8025-8495-4
| Romantik | Erotik | Spannung | Action | Anspruch | Humor | Preis/Leistung |
inklusive Kurzgeschichte "The Warlord wants Forever" aus "Playing Easy to Get"
Habe das Buch gerade zu Ende gelesen.
Bisher war ich ein großer Fan von Cresley Cole und habe ihre Reihe mit Begeisterung verschlungen. Auch dieser Band hat mich anfangs gefesselt und die Idee mit der Eisfee finde ich großartig.Nun ist es mit Serien ja immer so, dass nicht alle Bände gleich gut sind und nicht alle Ideen immer umwerfend sind. Das kann ich durchaus hinnehmen. Aber hier fehlten der Autorin doch zu viele neue Ideen. So hat sie immer wieder aus den Vorgängerbänden um die Vampirbrüder Wroth zitiert um das Buch voll zu kriegen. Würde man alle Zitate weglassen, käme wohl nur eine Kurzgeschichte heraus. Um das Maß voll zu machen wird im Anhang auch nochmal die Geschichte um die Walküre Myst und den WrothBruder Nicolai ausgeschlachtet.
Das ist ein wenig entäuschend. Weniger wäre hier mehr gewesen. Lieber das Buch etwas später rausgebracht und dafür eine besser ausgereifte Geschichte.
Ich hoffe also auf den nächsten Band und die Chance, dass er wieder prickelnder wird.
Es passt wirklich gut, dass die beiden Geschichten in der deutschen Übersetzung zusammen veröffentlicht werden. Die Erzählstränge beginnen an einem gemeinsamen Ausgangspunkt - vom Prolog über Myst und Nikolai, dem Paar der Kurzgeschichte, einmal abgesehen -, wenn Nikolai und Murdoch auf Myst treffen. Von da trennen sich die Wege der Brüder vorerst. Es kommt aber immer wieder zu Überschneidungen zwischen den Geschichten.
Von der Reihenfolge her wäre es sinnvoll die Kurzgeschichte nicht vor dem 1. Band und die Hauptgeschichte erst nach dem 4. zu lesen, weil sonst teils entscheidende Informationen vorweggenommen werden. Es werden einige Ereignisse und ein paar bekannte Szenen aus einem neuen Blickwinkel wieder aufgegriffen, was dem Ganzen (im Bezug auf die Wroth Brüder) den Eindruck eines Résumés gibt - nicht zuletzt auch wegen des Familientreffens im Epilog der Hauptgeschichte - und ist daher vielleicht nicht unbedingt als Einstiegsmaterial zu empfehlen.
Die Kurzgeschichte konzentriert sich ganz auf die Entwicklung zwischen Myst und Nikolai (vielmehr ist bei der geringen Seitenzahl auch nicht drin) und läuft zeitlich parallel zu den Ereignissen aus dem 1. Band. Daneben gibt es Auftritte von den Walküren sowie von Kristoff und seiner Forbearer Armee.
Die Hauptgeschichte umfasst wie angedeutet den Zeitraum der ersten vier Bände. Murdoch, der zu Lebzeiten als Frauenheld galt, ist zunächst alles andere als begeistert von der Idee, an eine Frau gebunden zu sein, noch dazu eine, die er nicht einmal anfassen kann, denn nur die Icere / Eisfeen können Daniela berühren ohne ihre Haut dabei zu verbrennen. Denn entgegen des Klapptextes ist nicht Murdoch sondern Daniela die Leidtragende bei Körperkontakt. Murdoch benimmt sich anfangs recht untypisch für einen erweckten Vampir – also nichts von wegen Meins - und bis er dann „in heißer Liebe zu ihr entbrennt“ bedarf es dann doch etwas mehr Zeit. Die Beziehung zwischen Murdoch und Daniela, die man über ein knappes Jahr verfolgt, ist eine Gratwanderung zwischen Euphorie und Frustration wegen der ‘Nicht anfassen‘-Regel und sorgt ganz nach dem Motto: Sie können nicht miteinander aber ohneeinander noch weniger, für permanente Spannungen. Dieses Hin und Her mag für den ein oder anderen vielleicht frustrierend oder nervig erscheinen. Für mich macht das die ganze Sache irgendwie lebendiger. Darin liegt für mich auch die Stärke der Autorin, dass sie Figuren und Szenarien erschafft, die mich so sehr mitreißen können. Kresley Cole gehört jedenfalls zu den ganz großen Namen in Sachen PNR und diese Meinung bestätigt sich für mich hier aufs Neue.
Des Rätsels Lösung wie Daniela und Murdoch übrigens zusammen sein können, ist imo so einfach wie genial und wirft auch ein recht interessantes Licht auf Emmas Verhalten während dieser Vollmondnacht im ersten Teil …