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Gejagte der Dämmerung

von Lara Adrian

Erscheinungsdatum: Juli 2011
Verlag: Egmont Lyx
Ausgabe: Taschenbuch Klappenbroschur, 400 Seiten
Preis: EUR 9,99
ISBN: 978-3-8025-8384-1


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
** ** ** ** **

Spannend-erotischer Vampirroman.


Nach vielen Jahren

Gefangenschaft in Dragos Kerker wurde Corinne Bishop zusammen mit anderen Stammesgefährtinnen endlich durch den Orden befreit. Doch Vergewaltigungen und Folter haben tiefe Narben auf ihrer Seele hinterlassen. Sie möchte nun nur noch nach Hause zu ihrer Familie und neu beginnen.
Doch vorerst muss Corinne im Hauptquartier des Ordens unter Lucans Obhut verbleiben, denn draußen spitzt sich ein Krieg zwischen Dragos und dem Orden zu. Nach der Zerstörung des dunklen Hafens und vielen Toten kümmert sich der Orden nun um die Überlebenden. Probleme gibt es auch mit Chase Sterling, dessen Hang zu Blutgier und Gewalttätigkeit immer größer wird. Als er eines Tages spurlos verschwindet, verliert Lucan einen weiteren Kämpfer auf seiner Seite.
Dann entscheidet es sich, dass der ehemalige Gen-Eins-Killer Hunter Corinne zu ihrer Familie zurückbringen soll. Gemeinsam treten sie die Reise an und kommen sich näher. Doch können ein Ex-Killer, der nie Gefühle empfunden hat, und eine geschundene Frau zueinander finden? Nicht nur das, sondern auch eine seltsame Vision der kleinen Mira scheint zwischen ihnen zu stehen.

Auf die Geschichte

von Hunter und Corinne hatte ich mich sehr gefreut, schließlich lernen wir den ehemaligen Gen-Eins-Killer schon bei Niko und Renata kennen. Das Prinzip "Emotional-unerfahrener-Held-wird-durch-Liebe-geheilt" wirkt bei mir immer. Und Hunter scheint dafür ein perfekter Kandidat zu sein: er ist durch seine Konditionierung total ohne Gefühle und körperliche Nähe aufgewachsen und sein Denken wurde und wird auch noch größtenteils von Disziplin und Rache an Dragos beherrscht. Es ist schön beschrieben, wie er durch die aufkommende Nähe zu Corinne erst verwirrt und verängstigt und später völlig berauscht ist. Er ist ein ruhiger, starker Charakter, an dessen Schulter man sich anlehnen kann und der viel Sicherheit vermittelt.
Genau richtig für Corinne, denn sie ist ein nervöses, verunsichertes Pflänzchen, das oft nicht so recht weiß, wo sie hin soll. Ehrlich gesagt, war ich von ihr etwas enttäuscht. Was ihre Vergangenheit angeht, hat Lara Adrian aus dem vollen Traumapotential geschöpft und nichts ausgelassen. Für mich war der Fakt, dass ihr das Kind grausam entrissen wurde und sie jetzt unbedingt danach suchen musste, fast schon zu viel. Es reicht nicht, dass sie zigmal vergewaltigt wurde und jahrzehntelang eine Gefangene war. Nein, sie wurde auch noch misshandelt und verraten. Die Episoden mit ihrer Familie sind extreme Veranschaulichungen von nicht enden wollenden persönlichen Enttäuschungen und hätten Corinne viel mehr belasten müssen. Angesichts all dieser Qual finde ich sie nämlich ziemlich unglaubwürdig und ihre Unsicherheit kam für mich an vielen Stellen eher zickig rüber. Warum kann sie Hunter nichts von ihrem Sohn erzählen? Wie kann es sein, dass sie es erst noch nicht einmal erträgt, dass er ihre Narben sieht und später geht sie bereitwillig mit ihm ins Bett? Ich weiß, dass in einem Buch nur begrenzt Platz ist, um so eine komplexe Liebesgeschichte mit derart tortured heroes zu erzählen, aber da hätte sich Lara Adrian eventuell überlegen müssen, ob sie für die anderen Handlungsstränge wirklich so viel Platz braucht.

Gut ein Viertel des Buches handelt nämlich von Chase Horrortrip auf dem Weg in die Blutgier und seinem eigenen grausamen Abenteuer auf der Jagd nach Dragos. Viele Kritiken, die ich vorab über diesen Roman gelesen habe, erklären, dass man im Laufe der Geschichte eher auf Chase Story gespannt ist, als auf die Entwicklung zwischen Hunter und Corinne. Ich kann dies nur bestätigen. Hunter und Corinne bleiben trotz all des Potentials, das sie mitbringen, blass und vorhersehbar. Ich mochte die zarten, liebevollen Bettszenen, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen.
Nichtsdestotrotz ist Gejagte der Dämmerung eine tolle, mitreißende Unterhaltung, vor allem für die Fans der Serie. Es gibt ein Wiedersehen mit fast allen anderen Charakteren und natürlich wird die Spannung über den finalen Kampf zwischen Dragos und dem Orden weiter hochgehalten.

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Midnight Breed

Geliebte der Nacht
Gefangene des Blutes
Geschöpf der Finsternis
Gebieterin der Dunkelheit
Gefährtin der Schatten
Gesandte des Zwielichts
Gezeichnete des Schicksals
Geweihte des Todes
Gejagte der Dämmerung


Leseprobe

Was meint ihr dazu:

» neuer Eintrag

Armitage, 18. Juli 2011, 14:54

ist ja witzig, da habe ich meine Rezi geschrieben und online gestellt und lese jetzt, was du dazu geschrieben hast, Boo.
Da sind wir uns ja einig, was die Bewertung von Gejagte der Dämmerung angeht! Besser hätte ich es auch nicht beschreiben können.
LG
Armitage

Boo, 18. Juli 2011, 11:35

Ich habe mich inzwischen damit abgefunden, dass Lara Adrian mich irgendwann während der letzten Bücher verloren haben muss. Selbst dem Teil um Jenna und Brock konnte ich, trotz der guten Ideen, keine Top Bewertung zugestehen. Hauptsächlich vermutlich, weil bei mir in letzter Zeit in Sachen Romantik nichts mehr rüber gekommen ist und bei einem Buch, das aus eben diesem Bereich stammt, kenne ich da (fast) kein Pardon. Außerdem hatte ich zusehends das Gefühl, es mit Schablonencharakteren und Stangenware zu tun zu haben. Nun könnte man das vermutlich auch den meisten anderer Serien dieser Art vorwerfen. Aber solange es da draußen auch nur eine dieser Reihen gibt, die mich über längere Zeit begeistern kann, bin ich ein Gläubiger.
Bei den Midnightbreed war Hunter für mich immer sowas wie ein Lichtblick, weil er sich angenehm von dem Rest abgehoben hat. Umso mehr war ich dann allerdings enttäuscht zu sehen, wie wenig Zeit Lara Adrian ihm und Corinne zugestanden hat. Ich habe kein Problem damit, wenn die Liebesgeschichte nicht die erste Geige spielt, ABER die beiden hätten DEFINITIV mehr Zeit miteinander gebraucht. Ich habe das ein oder andere Mal das Gefühl gehabt, irgendwas verpasst zu haben und mich hin und wieder gefragt, wer der Typ, den mir Lara Adrian da als Hunter verkaufen will, eigentlich ist. Da wurden wichtige Etappen (Küssen, Sex, sich die große Liebe gestehen) innerhalb weniger Tage abgehandelt. Hallloooo?!? Mag sein, dass es das tatsächlich gibt, aber mein Hirn weigert sich standhaft so etwas hinzunehmen, wenn SIE erst kürzlich aus einer 70 jährigen Gefangenschaft, während der sie misshandelt und vergewaltigt wurde, gerettet werden konnte und ER sein ganzes Leben lang nur kalte Disziplin kennen gelernt hat und auf einen nicht allzu reichen Erfahrungsschatz in Sachen Emotionen (Basics) und Sexualität (Zero) zurückgreifen kann. Eigentlich sollte doch der Charakter die Story bestimmen und nicht umgekehrt. Wo ist bitteschön die ganze Annäherung abgeblieben??? Und dieses sich-sehen-und-die- Hormone-machen-dann- schon-den-Rest zähl ich da nicht mit. Als einzigstes Zugeständnis habe ich hier nur gesehen, dass die beiden im Vergleich zu den anderen Paaren sexuell etwas zurückhaltender waren und damit meine ich nicht die Frequenz. Alles andere hätte mich aber auch endgültig über den Rand der Verzweiflung getrieben.
Dass hier so lieblos und mit derart wenig psychologischem Feingefühl gearbeitet wurde, lässt mir die Sache derart schwer im Magen liegen, dass mich auch die ansonsten gute Handlung um den, sich langsam dem Finale nähernden Kampf zwischen dem Orden und Dragos (hier ist also die ganze Liebe der Autorin abgeblieben) nicht versöhnen kann. Trotz des Kliffhangers bin ich nicht allzu versessen darauf weiterzulesen, werde es aber vermutlich tun, ganz einfach um die Sache mit dem zehnten Band für mich abzuschließen.
Schade, ich hatte mir soviel mehr von dem Teil versprochen ...