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Originaltitel


Blutsbande: Nacht der Seelen
von Jennifer Armintrout

erscheint auf Deutsch im Juni 2010 als Mira Taschenbuch im Cora Verlag
476 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 7,95

übersetzt von Matha Windgassen
ISBN-13: 9783899417296 ISBN-10: 3899417291

Leseprobe

An diesem Tag, als ich im Bett hochschreckte, kaum schlucken konn- te und gerade anfangen wollte, aus ganzer Kehle zu schreien, nachdem ich tief Luft geholt haben würde, legte sich eine Hand auf meinen Mund. Nathan war schon wach.
Sei still, warnte er mich durch die Blutsbande. Alle seine Muskeln waren angespannt, und durch unsere mentale Verbindung spürte ich, wie seine Furcht auf mich übersprang.
Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht. Seitdem wir aus Grand Rapids nach Chicago in Max' Penthouse- wohnung geflohen waren, hatte sich Nathan um nichts anderes als meine Genesung gekümmert. Ich war verstummt und praktisch wie gelähmt, nachdem Cyrus, mein einstiger Schöpfer und schließlich mein Zögling, gestorben war. Sobald ich von einem meiner zahlreichen Albträume abends aufgewacht war – denn schließlich machen wir Vampire die Spätschicht, was diese nervtötende Sache mit der Sonne angeht –, hielt mich Nathan in seinen Armen und versuchte, mich davon zu überzeugen, dass alles nur ein Angsttraum gewesen war, und dass er es nicht zulassen würde, dass mir etwas zustieß. Aber in diesem Moment spürte ich seine Nervosität und eine deutliche Verstörung durch unsere Blutsbande, dieser telepathischen und emotionalen Verbindung, die einen Vampir mit seinem Schöpfer aufs Engste miteinander verflechtet. Ich wusste, dass etwas nicht stimmen konnte.
Bevor er etwas sagen konnte, hörte ich von oben einen Rumms und jemanden gewaltig fluchen.
Da ist jemand in der Wohnung, schrie ich Nathan praktisch über unsere Verbindung ins Ohr. Langsam ließ der Druck seiner Hand auf meinem Mund nach.
Ich weiß. Deshalb habe ich dir ja gesagt, du sollst still sein. Ich gehe nachsehen. Er ließ mein Gesicht los und schlug die Bettdecke zurück. Aufgrund des schmalen Lichtstrahls, der durch die schweren Vorhänge fiel, konnte ich ahnen, dass es noch mitten am Tag sein musste. Max' Wohnung war extra so angelegt, dass es auch bei Tag so dunkel wie in einer Grabkammer war, so gut war sie vor unerwünschtem Sonnenlicht geschützt.
Sei vorsichtig, warnte ich Nathan. Als ob man vorsichtig sein konnte, wenn man einem Eindringling in seiner Wohnung nachstellte. Aber wenigstens trug Nathan eine Waffe.
Verdammt. Er trug keine.
"Nathan!", flüsterte ich ihm hinterher in der Hoffnung, dass wer oder was ihn auch immer nervös machte, mich nicht hören würde. Leider hörte auch Nathan mich nicht. Wahrscheinlich war er schon die halbe Treppe hinaufge- schlichen. Ich verdrehte die Augen, stand auf und zog mir die Jeans an, die auf dem Boden lag. Ich muss lächerlich ausgesehen haben, mit meinem Seiden-Nachthemdchen über der Jeans. Gott sei Dank befand ich mich ja nicht auf einer Modenschau. Aus der Schublade des Nachtschranks zog ich einen Holzpflock. Hast du nicht etwas vergessen?, fragte ich ihn gereizt durch die Blutsbande, denn ich wollte Nathan spüren lassen, wie genervt ich davon war, dass ich seinetwegen das kuschelige Bett verlassen musste. Ich wünschte mir, dass ich die Angst, die ich hatte, damit verschleiern konnte.
Du meinst, außer mir eine Hose anzuziehen?, witzelte er. Er fürchtete sich ebenso wie ich und versuchte, es mit einem Scherz zu überspielen.

  Schund     mehr        geht so    lesenswert 
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                   als recht
DämonWerwolfVampire
Urban Fantasy - Thriller/Krimi - Horror
Auch wenn Carrie und Nathan sich gerne ihrer neu entdeckten Liebe widmen würden, wissen sie, dass der Kampf gegen den Souleater noch nicht vorbei ist. Sie haben sich in Max Wohnung verschanzt, der seinerseits mit seiner Bella nach Italien gegangen ist, um dort ihrem Werwolf Clan vorstellig zu werden. Jetzt, da Bella von Max ein Kind erwartet, möchte Max von ihrem Rudel akzeptiert werden.
Zufällig treffen Carrie und Nathan in Max Appartment auf den "Blutdealer" Bill, dem sie erst misstrauen, bald aber merken, dass er ein sympathischer und loyaler Mensch ist. Die Ereignisse überstürzen sich, als Nathan erfährt, dass sein Ziehsohn Ziggy noch bzw. wieder am Leben ist. Es ist klar, dass er ein Zögling des Souleaters ist und Carrie fürchtet zurecht, dass es eine Falle sein könnte. Doch Nathan lässt sich durch nichts davon abbringen, Ziggy zu retten, er will nicht glauben, dass sein Sohn ihn verraten könnte. Auf der Rettungsaktion jedoch gerät Nathan in die Hände des Souleaters und seiner sadistischen Helferin, der Hexe Dahlia. Kann Carrie nur mit Hilfe von Bill, Ziggy und dem hinzugekommenen Max ihren Geliebten retten und den Souleater besiegen? Und kann sie Ziggy vertrauen?

Nacht der Seelen ist ein würdiger, gut durchdachter Abschluss der Serie und bietet neben ordentlicher Spannung auch einige gelungene Überraschungen. Alles läuft auf einen Showdown, den Kampf gegen den Souleater, hinaus und es ist klar, dass Carrie diejenige sein wird, in deren Händen das Schicksal aller liegt. Sie hadert mit dieser Rolle, wächst aber im Laufe des Buches über sich hinaus und entdeckt neue, mächtige Kräfte in ihr. Jennifer Armintrout komponiert diesen letzten Teil als Wiedersehen aller Charaktere und Auflösung aller durch die Serie hindurch gezogenen Konflikte und Probleme. Das war einerseits sehr angenehm, andererseits kam die Entwirrung ziemlich schnell und gestrafft. Wo sie sich drei Teile lang Mühe gegeben hat, alles möglichst kompliziert zu machen, war sie hier wohl gezwungen, am Ende ein - etwas unglaubwürdiges - Happy End zu präsentieren.
Vorher gibt es noch blutige Kampfszenen, wirklich brutale Folterungen, deren Beschreibungen ins Horror-Genre fallen, und kitschfreie Liebesszenen. Der Homoerotik Einschlag hat mir persönlich jedoch nicht so gut gefallen.
Mit der Person Carrie werde ich wohl nie richtig warm werden und ich hatte auch wieder meine Probleme mit ihrer unnachvollziehbaren Unbeherrschtheit und dem Wechsel zwischen Naivität und fast schon souveräner Entschlossenheit. Sie will unbedingt von Nathan geliebt werden, nimmt sich aber selbst heraus, ihre Interessen auf andere auszuweiten. Der Einfluss von Cyrus bleibt nach wie vor unangetastet. Es gibt auch immer wieder Streit zwischen Nathan und Carrie und obwohl sie letzten Endes doch füreinander bestimmt sind, gefällt mir diese Konstellation nicht wirklich.
Insgesamt lässt sich der Roman flüssig lesen, am Schreibstil ist wirklich nichts auszusetzen: klar, treffend und abwechslungsreich. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Wechsel der Erzählperspektive von der Ich-Erzählerin Carrie hin zur Dritten Person, wenn es um Ziggy, Bill oder Max geht.
Ingesamt war die Serie unterhaltsam, spannend und durchaus lesenswert, wenn man Vampirthriller mag, wie z. B. Jeanne C. Steins Anna Strong Serie. Ein wenig kühl, wenig aus der Masse hervorstechend aber mit vier Bänden nicht unnötig ausgedehnt.

Fazit
Lesenswertes, spannendes Finale, das alles auflöst.





















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