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Originaltitel


Atlantis: die Rückkehr der Krieger
von Alyssa Day

auf Deutsch erschienen im Januar 2009 im Weltbild Verlag
366 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 4,95

ISBN-10: 3868001158
ISBN-13: 9783868001150


Leseprobe

Conlan bewegte die Hand vor dem Portal hin und her, und flüchtig ging ihm die Frage durch den Kopf, ob dessen Magie einen Krieger, der das Tor seit über sieben Jahren nicht mehr passiert hatte, überhaupt noch erkennen konnte.
Seit sieben Jahren, drei Wochen und elf Tagen, um genau zu sein.
Während er wartete, bis zur Brust im heilenden Wasser, verhöhnte ihn der Tod - er zuckte in den Winkeln seiner Augen, leuchtete aus den tiefblauen Strömungen des Meeres um ihn herum, pulsierte im scharlachroten Blut, das ihm unablässig von Hüfte und Schenkel tropfte. Er lachte freudlos auf und stützte sich mit der Hand auf einem Knie ab.
»Dieses blutsaugerische Aas Anubisa hat mich nicht geschafft, da lass ich mich doch jetzt erst recht nicht kleinkriegen«, knurrte er ins leere Dunkel.
Als hätten sie ihn gehört, schimmerten aquamarinfarbene Lichter auf, und das Portal öffnete sich vor ihm. Zwei Männer - zwei Krieger - hielten Wache, und ihre erstaunt aufgerissenen Augen und Münder spiegelten denselben Ausdruck von Erstaunen, als sie ihn durch die transparente Membran betrachteten. Er drängte sich durch die Öffnung, die sich gerade um so viel erweiterte, wie notwendig war, um denjenigen durchzulassen, den das Portal für würdig befunden hatte.
»Prinz Conlan! Ihr lebt«, rief einer der Wachen.
»Mehr oder weniger«, blaffte er und betrat Atlantis. In tiefen Zügen sog er die klare Luft seiner Heimat ein, zum ersten Mal seit mehr als sieben Jahren, und sein Herz weitete sich in der wasserklaren Frische. In einiger Entfernung sah er die Marmorsäulen des Poseidontempels im Widerschein eines künstlichen Sonnenuntergangs leuchten, und Conlan stockte der Atem bei dem Anblick.
Er hatte schon nicht mehr zu hoffen gewagt, das hier jemals wiederzusehen. Besonders damals nicht, als sie lachend mit dem Gedanken gespielt hatte, ihm das Augenlicht zu rauben.
»Ein blinder Kronprinz. Was für eine bezaubernde Metapher für den Verlust des Vaters, des ach so weisen Seher-Königs. Nun, mein Prinzchen, magst du nicht um Gnade flehen?«
Sie war um ihn herum geschlendert und hatte fast nachlässig die Peitsche mit der Silberspitze auf ihn niedersausen lassen, während er dastand, in Ketten gelegt, die für Tiere aus tieferen Höllen gedacht waren. Dann hatte sie einen ihrer grazilen Finger ausgestreckt und die Blutstropfen berührt, die so rasch auf die Peitschenhiebe folgten.
Genüsslich lächelnd hatte sie den Finger in ihren Mund gesteckt.
»Du wirst mich schon noch anflehen, genau wie dein Vater, als ich ihn zusehen ließ, wie ich deiner Mutter Stück, für Stück das lebendige Fleisch von den Knochen schnitt«, schnurrte sie in sadistischer Lust.
Stundenlang hatte er seinen Hass und Trotz hinausgebrüllt. Tagelang.
Siebenma' hatte er auch in Wahnsinn und Schmerz verzweifelte Tränen vergossen.
Einmal für jedes Jahr seiner Gefangenschaft.
Doch nie hatte er um Gnade gefleht.
»Aber ich werde dafür sorgen, dass sie es tut.« Die Anstrengung, sich auf den Beinen zu halten, ließ seine Stimme rau klingen. »Sie wird zu meinen Füßen liegen und um Gnade winseln, noch bevor ich mit ihr fertig bin.«

  Schund     mehr        geht so  
                   schlecht
                   als recht

WerwolfVampire
Romantic Fantasy

Nach sieben Jahren brutaler Gefangenschaft im Kerker der sadistischen Göttin Anubisa, die zusammen mit ihrem verstorbenen Gatten, dem Gott Chaos, das Vampirgeschlecht auf der Erde verbreitete, kehrt Conlan verletzt nach Atlantis zurück. Als er dort ankommt, muss er durch seinen langjährigen Freund, dem Priester Alaric, erfahren, dass der Dreizack des Poseidon gestohlen wurde und somit die Thronnachfolge nicht gesichert ist. Zusammen mit seinem Bruder Ven und sieben mächtigen Atlantischen Kriegern macht sich Conlan auf die Suche nach dem Dreizack. Alaric vermutet, dass dieser sich auf dem Festland befindet. Dann auf einmal verspürt Conlan einen seltsamen intensiven Schmerz und kann nicht anders, als die Quelle zu lokalisieren. Er kommt gerade recht um Riley vor einem Angriff zu retten. Riley hatte sich nach einem tragischen Arbeitstag, der mit Gewalt und Tod endete, an den beruhigenden Strand zurückgezogen und dort in den Hinterhalt geraten. Als sie Conlan das erste mal begegnet, sind beide völlig fasziniert voneinander. Vor allem, da Riley als Empathin Conlans Gefühle empfangen kann und auch Emotionen an ihn senden kann. Von Beginn an können sie telepathisch miteinander kommunizieren und haben das Gefühl, sich schon ewig zu kennen. Conlan, der seine Gefühle nach der harten Gefangenschaft schon tot glaubte, ist erstaunt, welch heftiges Verlangen Riley in ihm entbrennen lässt. Er beschließt, sie zu beschützen und mit sich zu nehmen. Ihre Fähigkeiten könnten den Atlanter im Krieg gegen die Vampire und bei der Suche nach dem Dreizack behilflich sein. Zum anderen gibt es da noch eine Prophezeihung die besagt, dass das Erscheinen der Empathen nach über 10000 Jahren das Schicksal von Atlantis und das der gesamten Welt ändern wird. Doch Riley ist eine selbständige und widerspenstige Person und macht es Conlan oft nicht einfach. Doch inmitten der Angriffe durch Vampire und der gefährlichen Suche nach dem Dreizack kommen sich die beiden unweigerlich näher. 


Obwohl meine hohen Erwartungen an dieses Buch teils enttäuscht wurden, war es sehr unterhaltsam und flüssig zu lesen. Nachdem ich erstmal darüber hinweg war, dass die Krieger von Atlantis keine wirklichen Meereswesen sind, sondern einfach nur unter Wasser (unter einer Kuppel) lebende, menschlich aussehende Krieger, fand ich guten Zugang zu der Geschichte und den vielen Personen. Der Schreibstil ist eine gewöhnungsbedürftige Mischung aus schnulzigen, altmodischen Teilen und moderner Alltagssprache, die partiell ziemlich derb ausfällt (Flachwichser, Arsch und diverse andere Kraftausdrücke haben mir nicht so gut gefallen). Es gibt auch einige komische Szenen, wobei das wohl manchmal unfreiwillig passiert, wenn die Autorin mal wieder allzu krude in ihrem paranormalen Mix wird. Es wird auch fröhlich alles durchgemischt, was es so gibt: Atlantis, Vampire, Götter, Gestaltwandler usw. Es scheint, als wüssten die Menschen, dass Metamorphe und Vampire unter ihnen sind und sie sitzen in den höchsten Regierungsämtern. Da wundert es mich fast, dass Riley zuerst nicht glauben kann, dass Conlan aus Atlantis ist. Die beiden Hauptcharaktere sind gut aufeinander abgestimmt und erfüllen viele Rollenklischees. Conlan ist wunderbar dominant und besitzergreifend und sein Aussehen wird in den höchsten Tönen gelobt. Riley ist die typische weibliche Rolle mit viel Herz und kernigem Temperament. Vieles an dem Stil des Buches hat mich an Christine Feehans Karpathianer Serie erinnert. Nicht zuletzt die Sache mit der Seelenvereinigung und dem Finden eines "wahren Gefährten". Relativ früh fallen die Protagonisten übereinander her und die Sexszenen sind gut geschrieben und es prickelt ordentlich (trotz der schwülstigen Dialoge rundherum). Die Nebenhandlung mit den Vampiren und dem verlorenen Dreizack ist echt nix neues und es hat mir nicht gut gefallen, dass die Bösen so übermäßig brutal, blutrünstig und abartig dargestellt werden. Hohle Monster als Antagonisten langweilen mich. Trotzdem war das Buch recht spannend und hat einige (teils eklig-komische) Kampfszenen. Was mir gut gefallen hat, war die Vorstellung der sieben anderen atlantischen Krieger, die ja wohl prädestiniert sind, ihre eigenen Story zu bekommen. Die Verbindung Alaric - Quinn wurde ja schon angedeutet. Ich hoffe, dass der Weltbild Verlag auch die folgenden Bände verlegt. Mit dem Preis von 4,95 liegen sie in dieser Hinsicht jedenfalls unschlagbar vor den anderen Verlagen. Wenn jetzt noch die Qualität des Covers verbessert würde, wäre ich wunschlos glücklich; leider ist das Titelbild ziemlich unscharf gedruckt. 

Fazit
Unterhaltsamer Fantasy-Mix auf mittlerem Niveau mit starken Helden und viel Romantik.

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