Weitere Titel der Serie

Originaltitel


Atlantis: die Heimkehr des Prinzen
von Alyssa Day

auf Deutsch erschienen im Juni 2009 im Weltbild Verlag
351 Seiten, Taschenbuchformat

Preis: EUR 5,95 - 1 EUR Preiserhöhung!

ISBN-10: 3868001743
ISBN-13: 978-3868001747


Leseprobe

Genau im richtigen Verhältnis!«, rief Ven und zog gleichzeitig mit der Rechten sein Schwert und mit der Linken einen der sieben Dolche, die er überall am Körper trug. »Für diese räudige Bande hole ich doch nicht meine Glock mit den neuen Silberpatronen raus.«
Der Anführer der Gang - oder Schar? Herde? Wie zum Teufel nannte man eine so große Gruppe Vamps? von Vampiren, die sie in dieser Gasse in die Enge getrieben hatte, fauchte und bleckte dabei seine messerscharfen Reißzähne. »Mach dich auf den Tod gefafft, Mensch. Wir find bei Weitem in der Übertfahl«, drohte er mit dem charakteristischen Lispeln, das den erst vor Kurzem zu Untoten Gewordenen anhaftete, die es noch nicht heraushatten, wie man sich mit einem Maul voller Reißzähne deutlich artikulierte.
Sie waren in einer typischen Gasse gelandet: graue Steinmauern und abbröckelnde Ziegel, zertretener Abfall am Boden, und in den Ecken der Gestank von altem Urin und neuer Verzweiflung, einer Kombination, die Ven ganz besonders nervös machte.
Nervös und streitlustig. Er lachte dem Vampir in sein bleiches Gesicht. »Da hast du ein paar Dinge falsch verstanden, totes Jungchen. Erstens sind wir keine Menschen, sondern drei aus Poseidons Elite. Zweitens seid ihr diejenigen, die ins Graf beiffen werden, also leck mich am Arff«, machte er sich über ihn lustig.
Die Augen des Vampirs leuchteten noch roter, aber er tänzelte nur vor Ven herum, statt ihn anzugreifen. Ven schätzte, dass sein Gegner wohl nicht den rechten Mumm dazu hatte, sich auf einen zwei Meter großen atlantischen Krieger zu stürzen, der noch dazu ein gut halb so langes Schwert schwang. Aber die Kreatur fasste, angefeuert von den Rufen seiner Blutsaugerkumpel hinter sich, schließlich Mut.
»Wie Ihr wisst, sind Silberpatronen bei Vampiren nicht besonders effektiv, Rächer des Königs«, erinnerte ihn Brennan mit seiner wie üblich ruhigen Stimme. Brennan selbst zog aus den Falten seines langen Ledermantels eine Handvoll Wurfsterne, die gewiss mit irgendeinem Zauber belegt waren. »Ich bin mir nicht einmal sicher, ob neue Konvertiten wie diese hier durch Silber auch nur im Mindesten beeinträchtigt würden. Ebenfalls interessant wäre es herauszufinden, warum wir gerade hier an der Nordwestküste Amerikas so vielen Neukonvertiten begegnen. Aber das sollten wir ein andermal erörtern.«
»Ja, lass uns das lieber ein andermal diskutieren«, stimmte Ven zu und unterdrückte ein Lachen. Typisch Brennan, allgemeine Betrachtungen anzustellen, wenn sie gerade in Gefahr waren, von Blutsaugern ausgelöscht zu werden. Die Horde - ja, Horde war wohl der richtige Ausdruck - von Vampiren rückte ein wenig von ihnen ab.
Sie fauchten und schrien noch ein paar üble Beschimpfungen, zogen sich dann aber tatsächlich zurück. Nachdem Ven, Alexios und Brennan diesen verregneten Landstrich eine ganze Woche lang unsicher gemacht hatten, hatte es sich wohl herumgesprochen, wie tödlich Brennans hübsches Spielzeug war. Schade nur, dass er sich wahrscheinlich bei einer Hexe hatte einschmeicheln müssen, um diese Waffe anständig magisch aufzurüsten. 

  Schund     mehr        geht so
                   schlecht
                   als recht

WerwolfVampire
Romantic Fantasy

Um der immer größer werdenden Bedrohung durch die Vampire unter der Führung des skrupellosen Caligula und der gnadenlosen Anubisa etwas entgegenzusetzen, verbünden sich zusehends immer mehr Gruppierungen mit den Atlantern und untereinander. Conlans Bruder Ven hat die Aufgabe, ein Bündnis mit den Hexen des Lichtkreises in Seattle zu besiegeln und reist dazu in die von Vampirangriffen bedrohte Stadt. Als er die hübsche Hexe Erin Connors zum ersten Mal sieht, regt sich etwas im verhärteten Herz des 500 Jahre alten Kriegers und auch Erin fühlt eine Verbindung zu dem gutaussehenden Atlanter. In seiner Gegenwart beginnen ihre Edelsteine an ihrem Schmuck zu "singen", denn Erin ist seit Geburt in Edelsteinmagie begabt. Zusammen beschließen sie, Caligula und seinen dunklen Machenschaften ein Ende zu bereiten und Ven nimmt Erin erstmals mit nach Atlantis. Die Anziehungskraft zwischen ihnen beiden wird bald übermächtig. In Atlantis erfährt Erin, dass sie noch über weitaus größere Kräfte verfügt, als gedacht. Ihre Halbelfische Herkunft und ihre Edelsteinmagie weisen sie als "Melodine" aus, eine fast ausgestorbene Zauberinnenrasse, die mit ihrem Gesang Mächtiges wirken können. Erin lernt auch Conlan und seine schwangere Frau Riley kennen und merkt, dass sie Rileys einzige Rettung ist. Die Schwangerschaft verläuft katastrophal und Rileys Leben ist in Gefahr. Zusammen mit Ven und den atlantischen Kriegern macht sich Erin auf, einen besonderen Edelstein zu finden, dessen Gesang Riley und das Kind retten kann. Doch dazu muss sie in die Höhle des Löwen, dort wo sich Caligula und seine Vampirarmee aufhalten. 


Zuallerst fällt auf, dass "Die Heimkehr des Prinzen" vom Aufbau her eine ziemlich genaue Kopie des ersten Teils "Die Rückkehr der Krieger" ist. Es läuft wieder folgendes Schema ab: Er trifft sie, sie mögen sich aber bis zum ersten Sex gibt es Rumgezicke, dann wendet man sich der Rettung der Welt zu und nach ein paar Seiten Langeweile kommt dann der actionreiche Showdown. Nur dass dieses Mal der Bösewicht Caligula heißt und nicht Anubisa (die übrigens noch lange nicht tot ist). All das kommt in einem halbwegs ordentlichen Stil her, der leider teilweise ins Alberne abdriftet. Schlimm sind die vielen Grammatik- und Wortfehler in der Übersetzung, wo anscheinend verzweifelt und dilentantisch um den korrekten Wortlaut gekämpft wurde. "Wer sein Mütchen kühlt, kriegt eins aufn Deckel" - was ist das denn?! Vor allem gegen Ende häufen sich diese hanebüchen Passagen und verderben ganz schön die Atmosphäre. Inmitten einer höchst dramatischen, blutigen Szene haben die Charaktere während des Todeskampfs nichts besseres zu tun als infantile Bemerkungen über Kleidung und TV-Vorlieben ihrer Gegner zu machen. Das geht gar nicht. Ansonsten haben wir hier mit Ven einen recht ansehnlichen, altmodisch machohaften männlichen Protagonisten, der auf eine ausreichend starrköpfige Frau trifft. Die Liebesszenen sind ganz nett, etwas zerredet aber ok. Das wirklich einzige, was dieses Buch bzw. die Serie überhaupt noch rettet, sind die Nebencharaktere, die wohl zum großen Teil auf ihre eigene Story warten. Es gibt schon so etwas wie einen roten Faden, der von der Autorin bemüht weitergesponnen wird. Und da man immer mal einen kurzen Blick auf Alaric, Justice, Alexios und viele weitere Randpersonen werfen kann, wird man als Serienfan sozusagen bei Laune gehalten. Leider ist das Buch für meinen Geschmack ziemlich spannungsfrei und vorhersehbar, bis auf einige kleine Überraschungen ganz am Ende. Bis dahin aber zieht es sich über mindestens 150 Seiten zäh dahin und langweilt mit unzähligen sinnfreien Dialogen. Der Weltbild Verlag hat wohl genug Exemplare des ersten Bandes verkauft um in aller Ruhe den zweiten Teil einen Euro teurer anzusetzen. Dafür hätte man aber die Qualität des Coverbildes und des Drucks durchaus verbessern können. 


Fazit
Anspruchslose, wirr gemixte Romantasy-Unterhaltung getreu dem alten Rollenklischee.

Overview
Titel-Serien-Autoren A-Z
Was sonst noch auf dem Markt ist

    Romantik      Erotik      Spannung        Action      Anspruch       Humor      Originalität      Preis     Aufmachung