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Lynsay Sands



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Ein Vampir zum Vernaschen
von Lynsay Sands

auf Deutsch erschienen im Nov 08 im Egmont Lyx Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 9,95

ISBN: 3802581725
EAN: 9783802581724
Übersetzt von Regina Winter


Leseprobe

Donnerstag, 11. September. „Rachel schwört, dass sie in ihrem ganzen Leben keinen Sarg mehr sehen will.“ Auf diese Bemerkung seiner Mutter antwortete Lucern nur mit einem Knurren, während er und sein jüngerer Bruder Bastien den Sarg auf den Kellerboden stellten. Er wusste alles über die Aversion seiner künftigen Schwägerin: Etienne hatte ausführlich darüber berichtet. Deshalb brachte er das Ding auch bei Lucern unter. Etienne hatte nichts dagegen, den Sarg aus seinem Haus zu schaffen, damit seine Verlobte sich nicht mehr darüber aufregte, aber aus sentimentalen Gründen konnte er sich nicht dazu durchringen, sich endgültig von ihm zu trennen. Etienne schwor, er hätte seine besten Ideen gehabt, wenn er im stillen Dunkel dieses Sargs lag. Er war eben ein wenig exzentrisch. Er war die einzige Person, an die Lucern sich erinnern konnte, die je einen Sarg zur Generalprobe ihrer eigenen Hochzeit mitgebracht hatte. Der Geistliche war entsetzt gewesen, als er zufällig Zeuge wurde, wie die drei Brüder ihn von Etiennes Pick-up in Bastiens Van luden. „Danke, dass du ihn hierher gefahren hast, Bastien“, sagte Lucern, als er sich wieder aufrichtete. Bastien zuckte die Achseln. „Er hätte wohl kaum in deinen BMW gepasst. Außerdem“, fügte er hinzu, als sie die Treppe hinaufgingen, „ist es mir lieber, ihn zu transportieren, als ihn aufbewahren zu müssen. Meine Haushälterin würde Zustände kriegen.“ Lucern lächelte nur. Er hatte keine Haushälterin mehr, um die er sich Gedanken machen musste, und die Reinigungsfirma, die er engagiert hatte, um einmal in der Woche vorbeizukommen, säuberte nur das Erdgeschoss. Er brauchte also nicht zu befürchten, dass sie den Sarg entdecken würden. „Geht alles klar mit der Hochzeitsplanung?“, fragte er, als er seiner Mutter und Bastien in die Küche folgte. Er knipste das Licht im Keller aus und schloss die Tür hinter sich, schaltete aber keine anderen Lampen ein. Die schwache Beleuchtung durch das Nachtlicht am Herd genügte, dass alle sicher zur Haustür gelangten. „Ja. Endlich.“ Marguerite Argeneau klang erleichtert. „Und trotz Mrs. Garretts Bedenken, dass die Hochzeit übereilt stattfindet und Rachels Verwandte nicht genug Zeit hatten, ihre Teilnahme zu organisieren, werden sie alle kommen.“ „Wie groß ist denn die Familie?“ Lucern hoffte ehrlich, dass es nicht so viele Garretts gab, wie Hewitts auf Lissiannas Hochzeit erschienen waren. Die Vermählung seiner Schwester mit Gregory Hewitt war ein Albtraum gewesen. Der Mann hatte eine riesige Familie, und die Mehrheit seiner Verwandten schien aus Frauen zu bestehen – alleinstehenden Frauen, die Lucern, Etienne und Bastien betrachtet hatten, als wären sie der Hauptgang der Mahlzeit. Lucern konnte aggressive Frauen nicht ausstehen. Er war zu einer Zeit aufgewachsen, als ausschließlich Männer die Aggressoren gewesen waren und Frauen nur gelächelt und geschmachtet und ihren Platz gekannt hatten. 


  Schund     mehr        geht so   
                   schlecht
                   als recht
Vampire
Romantic Comedy
Eigentlich möchte Lucern Argeneau nur seine Ruhe haben, der Rummel um seinen mittlerweile erfolgreichen Vampir-Liebesroman "Verliebt in einen Vampir" stört ihn mächtig, und vor allem die penetranten Versuche seiner Lektorin Kate, ihn zu Autorenlesungen oder sonstigen Interviews zu überreden. Also ignoriert er sämtliche Briefe und Kontaktversuche bis Kate aus Angst um ihren Job den Weg nach Toronto hinter sich bringt und Lucern persönlich aufsucht. Dieser kann es gar nicht fassen, als die hübsche junge Frau eines Tages vor seiner Tür steht und sich nicht mehr abwimmeln lässt. Seltsamerweise kann Lucern Kate's Gedanken nicht beherrschen - was Lucerns Mutter höchst interessant findet - und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Lektorin mit seiner mürrischen Art zu vergraulen. Doch Kate ist äußerst zielstrebig und nistet sich in Lucerns Anwesen ein, was ein ziemliches Chaos verursacht. Allein sein Vampirdasein vor ihr zu verstecken stellt sich als gar nicht so einfach heraus, Lucern muss immerhin täglich Blut zu sich nehmen und kann nur begrenzt in die Sonne. Kate ist anfangs genervt von seinem störrischen Verhalten, doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto faszinierender findet sie ihn. Seinen altmodischen Charme, seine ruhige, aber doch humorvolle Art. Auch Lucern lernt die Gesellschaft der lustigen und mitreißenden Kate schätzen und willigt sogar ein, sie auf die Romantic Times Konferenz zu begleiten. Doch dort gibt es ein Problem mit der Blutversorgung und völlig geschwächt versucht Lucern, von Kate's Arbeitskollegen Chris zu saugen. Kate erwischt die beiden und ab sofort ist Lucerns Geheimnis aufgedeckt. Doch sie lässt sich davon nicht abschrecken und hilft ihm sogar, Blut zu besorgen. Die beiden kommen sich viel näher, als Kate sich als "Mahlzeit" anbietet um Lucern aus seinem Schwächezustand zu helfen. Doch kann eine Beziehung mit einem 600 Jahre alten Vampir funktionieren? Kate ist sich da nicht so sicher.

Obwohl ich das Buch lange bei mir herumliegen hatte, weil ich irgendwie keine Lust auf seichte Komödie hatte, habe ich es letztendlich doch zügig durchgelesen. Ein Vampir zum Vernaschen ist wie der Vorgänger eine ganz harmlose, lustige Geschichte mit viel Situationskomik und obligatorischem Happy-End. Hat mir aber besser gefallen als Verliebt in einen Vampir, vielleicht, weil Lucern interessanter ist als Etienne. Lucern ist ein zurückhaltender und verschlossener Charakter, der voll auf die extrovertierte und wuselige Kate prallt. Man kann anfangs förmlich spüren, wie genervt er von ihr ist. Irgendwie geben die beiden ein sehr sympathisches Paar ab und das erhält den Lesespaß dauerhaft. Die Liebesszenen sind wirklich prickelnd und gut platziert, vor allem dauert es etwas, bis sich die beiden näher kommen. Das typische Katz- und Maus-Spiel beginnt und es müssen allerlei peinliche Sachen geschehen, bis die beiden einander letztendlich finden. Es werden auch viele Andeutungen auf Etienne und Rachel und Lissiana und Greg gemacht (letztere werden im nächsten Band vorgestellt, der eigentlich in der Originalreihenfolge vor Lucern und Kate angesiedelt ist). Was mich an dem Roman von Lynsay Sands (und auch am Vorgänger) am meisten stört ist das fast vollständige Fehlen irgendeiner spannenden oder actionreichen Handlung. Es passiert auf 400 Seiten so gut wie gar nichts außer Reden, Reden, etwas Romantik, Reden und ein paar lustige Anekdoten. Es wird teilweise so umständlich mit sich selbst, den anderen oder der gesamten Welt gehadert, dass man allen am liebsten einen Schubs geben würde, nach dem Motto: Komm schon, sag es! Aber davon leben diese Bücher ja, von eben dieser künstlichen Aufblaserei von alltäglichen Banalitäten, die alle lustig sind und trotz angehauchter Tragik immer im Guten enden. Wer lustige Alltagsmärchen mag, ist hier perfekt bedient. Ich mag es allerdings immer etwas ernster und intensiver.

Fazit
Unterhaltsamer, seichter Vampir-Liebesroman mit einem sympathischen Vampir-Autor und viel Lärm und Nichts.









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