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Lynsay Sands



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Eine Vampirin auf Abwegen
von Lynsay Sands

auf Deutsch erschienen im März 2009 im Egmont Lyx Verlag
400 Seiten, Taschenbuchformat

Preis EUR 9,95

ISBN: 3802581830
EAN: 9783802581830
Übersetzt von Regina Winter


Leseprobe

„Mhm. Dein Haar riecht so gut.“ „Äh, danke, Bob.“ Lissianna Argeneau sah sich auf dem dunklen Parkplatz um, den sie gerade überquerten, und war erleichtert, dass sie hier offenbar allein waren. „Aber glaubst du, du könntest vielleicht die Hand von meinem Po nehmen?“ „Dwayne.“ „Bitte?“ Sie blickte verwirrt zu seinem hübschen Gesicht hoch. „Ich heiße Dwayne“, erklärte er grinsend. „Oh.“ Sie seufzte. „Also gut, Dwayne, könntest du die Hand von meinem Po nehmen?“ „Ich dachte, du magst mich.“ Seine Hand blieb fest auf ihrem Hinterteil und drückte es auf eine mehr als freundschaftliche Art. Sie widersetzte sich dem Bedürfnis, ihm eins überzuziehen und ihn in die Büsche zu zerren wie den Neandertaler, als der er sich aufführte, und zwang sich zu einem Lächeln. „Das tue ich auch, aber warten wir doch, bis wir in deinem Auto sind, um …“ „O ja. Mein Auto“, unterbrach er. „Was das angeht …“ Lissianna blieb stehen und schaute ihm ins Gesicht. Sie kniff ihre Augen argwöhnisch zusammen angesichts des Unbehagens, das sich plötzlich auf seiner Miene spiegelte. „Ja?“ „Ich habe kein Auto“, gab Dwayne zu. Lissianna blinzelte; ihr Verstand tat sich schwer, das Gesagte zu begreifen. In Kanada hatte jeder, der älter war als zwanzig, ein Auto. Nun ja, so gut wie jeder. Vielleicht war das auch übertrieben, aber die meisten alleinstehenden Männer, die alt genug für Verabredungen waren, hatten ein Auto. Es war so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz. Bevor sie noch eine Bemerkung dazu machen konnte, fügte Dwayne hinzu: „Ich dachte, du hättest eins.“ Es klang beinahe wie ein Vorwurf, stellte Lissianna bei sich fest und runzelte die Stirn. In mancher Hinsicht hatte die Frauenbewegung ihnen wirklich keinen Gefallen getan. Es hatte eine Zeit gegeben, in der er als Mann das Fahrzeug gehabt oder, ohne zu zögern, einen Weg gefunden hätte, sie an einen Ort zu bringen, an dem sie hätten allein sein können. Doch er schaute nur verärgert drein, als habe sie ihn dadurch, dass sie kein Auto hatte, irgendwie enttäuscht. „Ich habe eins“, sagte sie defensiv. „Aber heute bin ich mit Verwandten gekommen.“ „Die Tussie mit dem rosa Haar?“ „Nein. Das ist meine Freundin Mirabeau. Thomas ist gefahren“, antwortete Lissianna abwesend, während sie über die Situation nachdachte. Er hatte kein Auto, und Thomas hatte den Jeep abgeschlossen, als sie gekommen waren. Sie konnte vielleicht zurück in die Bar gehen, Thomas suchen und sich den Schlüssel geben lassen, aber sie hatte wirklich nicht vor, seinen Jeep zu benutzen, wenn sie – „Schon gut. Ich habe nichts dagegen, es im Freien zu tun.“ Lissianna wurde jäh aus ihren Überlegungen gerissen, als er sie an den Hüften packte und an sich zog. Instinktiv lehnte sie sich zurück und brachte damit eine gewisse Distanz zwischen ihre beiden Oberkörper, aber das half nicht dagegen, dass ihre Unterkörper sich umso mehr aneinanderdrückten. Plötzlich wurde ihr klar, dass der Gedanke daran, „es im Freien zu tun“, Dwayne wirklich nicht störte. Wenn überhaupt, legte die Härte, die sich gegen sie drückte, nahe, dass der Gedanke ihn erregte.


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                   schlecht
                   als recht
Vampire
Romantic Comedy
Es ist Lissianas Geburtstag und eine große Party steht an, zu der auch weiter entfernt lebende Verwandte der Argeneaus eingeladen wurden. Sie ist aufgeregt, denn ihre Mutter hat ihr ein ganz besonderes Geschenk angekündigt. Lissiana fragt sich, ob es wohl ein spezielles "Abendessen" sei, ein Spender guten Blutes, denn aufgrund ihrer Phobie gegen Blut kann Lissi nur "al fresco" speisen, das heißt, direkt aus der lebenden Vene eines Menschen. Diese Tatsache frustriert sie und ihre Familie, denn alle leben nur noch von Blutbeuteln und müssen nicht auf die gefährliche Jagd gehen. Durch ihre Arbeit im Obdachlosenheim hat Lissi viele potentielle Spender, doch oftmals sind diese durch Alkohol oder Drogen gefährlich für sie. Als Lissiana daheim ankommt, kann sie es nicht erwarten und betritt ihr Zimmer. Zu ihrer Überraschung liegt dort ein Mann gefesselt auf ihrem Bett. Hungrig stürzt sich die Vampirin auf ihn und kostet einen "kleinen Schluck". Doch dann stellt sich heraus, dass ihre Mutter den Psychologen Greg nicht als Mahlzeit vorgesehen hat, sondern als wirklichen Therapeuten für Lissis Phobie. Er soll sie in kurzer Zeit heilen, dann wäre er wieder frei. Greg selbst ist sehr verwirrt, er weiß nicht, wie er in diese Situation gekommen ist und wollte eigentlich in Urlaub fahren. Doch an der attraktiven und liebenswerten Lissiana findet er vom ersten Augenblick an Gefallen. Nachdem Lissiana mehr oder weniger der Therapie zugestimmt hat, fällt ihr auf, dass sie gar nicht Gregs Gedanken lesen kann. Doch sie schiebt diese Sorge beiseite, denn der ansehnliche Mann beherrscht nach und nach ihr ganzes Denken.

Nachdem die beiden vorher erschienen Bände wenigstens noch ein halbwegs amüsanter Zeitvertreib waren, ist "Eine Vampirin auf Abwegen" leider sehr platt und enttäuschend. Die zu Beginn präsentierte Idee der Autorin, den Mann gefesselt seiner Zukünftigen auszuliefern ist ganz lustig und prickelnd. Doch dieses Motiv wird komplett platt getreten und mehrfach wiederholt bis auch das letzte bisschen Originalität verbraucht ist. So geht es mit allen Situationen: anfangs sind die quirligen Tratschereien der vielköpfigen Familie ganz spaßig und dass alle in sexy Babydolls rumlaufen. Doch nach dem gefühlten hundertsten Mal, dass Cousinen, Mütter, Tanten etc. reinplatzen, sinnloses Zeug reden, sich künstlich aufregen oder platte Witze reißen, hat sich beim Leser endgültig die Langeweile eingestellt. Es ist auch irgendwie völlig unglaubwürdig, dass Greg sich so völlig in sein Schicksal als Gefangener ergibt und ständig an nichts anderes denkt, als Lissiana zu vernaschen. Immerhin liegt er teilweise über 24 Stunden ausgestreckt in voller Montur auf dem Bett und wirkt aber so fröhlich wie ein Kind im Zirkus. Das ist übrigens ein treffender Ausdruck für das ganze Getue: Zirkus. Es werden seitenweise hohle Dialoge über nichts und wieder nichts geführt, z. B. warum Popcorn auch für Vampire schmackhaft ist, was für einen Möbelgeschmack Lissi und Greg haben usw. Neben all diesem Geschwafel gibt es KEINE Handlung. Die Liebesszenen, die recht schön geschrieben sind, sind das einzig lesenswerte an diesem Roman und rettet ihn vor einer Einordnung in die "Schund" Kategorie. Bis zum Schluss ist alles komplett spannungsfrei und vorhersehbar. Alle Randpersonen, von der schulmeisterlichen Mutter Marguerite bis hin zu den nervigen Zwillingen sind reine Seitenfüller und stören auch oftmals die Protagonisten. Da sind Greg und Lissi gerade dabei, schöne Dinge zu tun und was passiert jedes Mal: irgendjemand platzt rein und macht einen tollen Kommentar. Und das soll dann für den Leser lustig sein. Überhaupt habe ich höchstens ein oder zweimal geschmunzelt bei diesem Buch. Ab der Mitte habe ich dann quergelesen, weil ich das Gebabbel nicht mehr ertragen konnte. Gegen Ende gibt es dann eine mini-Krimi-Episode, die dann aber so was von lächerlich gelöst wird, dass ich nichts mehr darüber schreiben kann - ich habe sie überblättert. Mit Abstand der schwächste Teil der Serie bisher und chronologisch eigentlich vor "Verliebt in einen Vampir" einzuordnen. Warum der Egmont-Lyx Verlag hier getauscht hat, kann ich nicht nachvollziehen.

Fazit
Flache, langweilige Vampirliebesgeschichte. Spannungsarm und zäh.













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