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Der Kuss der Vampirin

von Jeanne C. Stein

Erscheinungsdatum: August 2010
Verlag: Droemer/Knaur Verlag
Ausgabe: Taschenbuch, 416 Seiten
Preis: EUR 8,95 - Preiserhöhung 1 EUR!
ISBN: 9783426506837


Romantik Erotik Spannung Action Anspruch Humor Preis/Leistung
* *** *** ** ***

Spannung und Action pur - ein perfekter Vampirthriller.

Anna Strong hat

der Gemeinschaft der Vampire und der Wächterorganisation den Rücken gekehrt und versucht so gut es geht ein "menschliches" Leben mit ihrer Familie und Trish zu führen. Natürlich muss sie ständig verbergen, dass sie nichts essen kann und von sämtlichen Spiegeln fernbleiben. Eines Tages als sie mit Trish Einkäufe macht, begegnet ihr auf der Straße Gloria, die Freundin ihres Partners David. Anna kann die zurechtgemachte und arrogante Frau nicht leiden, ihrer Meinung nach nutzt sie Davids weiches Herz nur aus. Umso verblüffter ist Anna, als Gloria sie dringend um ihre Hilfe bittet. Die Neugier siegt, und Anna erfährt von Gloria, dass sie von ihrem Geschäftspartner sexuell bedrängt wird. Zuerst kann Anna gar nicht glauben, dass Gloria sie wegen so einer Sache anspricht, zumal sie damit zugibt, David betrogen zu haben. Doch die Dinge ändern sich schnell, als eben dieser Geschäftspartner tot aufgefunden wird... Doch das reicht noch nicht für den perfekten Stress: als Anna auf der Suche nach Blut zu Culebra fährt, begegnet sie in dessen abgelegener Bar einer großen Gruppe Frauen, die mit ihren Motorrädern dort sind. Culebra versucht, Anna fernzuhalten, doch sie findet heraus, dass es sich um Werwölfinnen handelt. Eine davon, Sandra, scheint auf Anna eine unglaubliche, sexuelle Anziehungskraft auszuüben. Anna ist verwirrt und beschließt, mehr über Werwölfe herauszufinden.

Das war mal

wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack: schnell, spannend, stilsicher und voller Überraschungen. Die Autorin schreibt strikt in der Gegenwart und presst ihre Handlung in wenige Tage. Kurze Kapitel, kurze Sätze und der völlige Verzicht auf Geplänkel oder eine Füllpassage am Rande verdichten den Stoff extrem. Anna ist und bleibt eine polarisierende Figur, entweder man mag ihre kühle, handlungsorientierte Art oder nicht. Oft habe ich in Kritiken gelesen sie sei distanziert, lieb- und leblos. Sicher wird sie nie die anschmiegsame, gefühlvolle weibliche Hauptfigur, die man aus anderen Romanen kennt. Aber das fehlt mir persönlich an ihr überhaupt nicht, ich finde ihre Zielstrebigkeit und Kombinationsgabe erfrischend und auch wenn es stellenweise unrealistisch ist, wie viel sie in so kurzer Zeit bewerkstelligen kann, bringt es doch unglaubliches Tempo in die Geschichte.

Als ich noch ein Mensch war, habe ich die Weihnachtszeit gehasst – das allgegenwärtige Gedudel geistloser Weihnachtslieder, den Zwang zur Hoffnung und Glückseligkeit, die aufgesetzte Jovialität. Für mich war Weihnachten eine grausame Erinnerung daran, dass in ein paar Tagen ein weiteres Jahr vergangen sein würde seit dem Tod meines Bruders, der bei einem sinnlosen Unfall gleich nach »der schönsten Zeit des Jahres« ums Leben gekommen war.
Aber hier stehe ich vierzehn Jahre später an einem Nachmittag mitten im Dezember mit einem breiten, albernen Grinsen im Gesicht und ertrage das Gedränge müffelnder Menschen, damit ich meiner Nichte helfen kann, ein Geschenk für meine Mutter auszusuchen.
Meiner Nichte. Jetzt kann ich das Wort benutzen, ohne es im Geiste in Anführungsstriche zu setzen.

Innerhalb kürzester Zeit steckt Anna mitten in einem undurchsichtigen Krimi und geht die Dinge mit dem bekannten Pragmatismus an. Sämtliche weiteren Haupt- und Nebenfiguren können sie zwar beeinflussen und auch emotional berühren, stören aber oft nicht Annas extremen Aktionismus. Sie ist sehr egozentrisch, gleichzeitig aber auch hilfsbereit und sensibel. Die anderen haben es nicht leicht mit ihr, aber sie macht es sich auch selbst oft nicht einfach. Ihr Wunsch, trotz des Vampirdaseins als Mensch leben zu wollen, ist doch irgendwie zum Scheitern verurteilt, und obwohl Anna das insgeheim weiß, kann sie ihre Familie nicht loslassen.

Hauptaugenmerk des Buches ist die verzwickte und genial aufgebaute Story um Gloria und den Mord an ihrem Geschäftspartner. Als Leser ist man immer nur auf Annas Informationsstand und gerät in alle Fallen, in die sie auch tappt. Geschickt werden falsche Fährten gelegt und Motive im Dunkeln gelassen. Das Tempo erhöht sich noch durch die Parallelhandlung um die Werwölfe, deren Anführerin Sandra eine seltsame Macht über Anna zu haben scheint. Die Ereignisse überschlagen sich stellenweise derart, dass man vor lauter Spannung das Buch nicht weglegen kann. Zumal ich Annas bissige Ironie, mit der sie oft in kurzen Monologen die Situation kommentiert, einfach herrlich finde. Mal souverän, mal verzweifelt, manövriert sie sich durch die verworrene Geschichte und gerät dabei manches Mal an ihre Grenzen. Es kommen viele Personen vor, die wir auch schon von den vorherigen Teilen kennen und mal wieder gibt es Überraschungen. Bei Jeanne Stein ist niemand nur der, der er am Anfang zu sein schien, jede Nebenfigur hat eine eigene, undurchsichtige Persönlichkeit, hinter die auch Anna nicht so schnell kommt.
Neben all der Hektik bleibt für Liebe und Erotik keine Zeit. Anna ist zwar keine asexuelle Person, gibt sich aber auch keinen romantischen Gefühlen hin. Für Liebesromanfans ist die Anna Strong Serie überhaupt nicht geeignet. Daher finde ich das rosa angehauchte Cover und den Buchtitel auch ungeschickt gewählt. Zwar heißt es "Ein Magischer Thriller", aber das kann man leicht übersehen. Nichtsdestotrotz ist Der Kuss der Vampirin eine perfekt spannende Unterhaltung und ich bleibe Anna Strong sicher treu.

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Anna Strong Serie

Verführung der Nacht
Lockruf des Blutes
Dunkle Küsse
Der Kuss der Vampirin
Blutrotes Verlangen
Gesetz der Nacht


Leseprobe

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