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J. R. Ward



Hörbuch


Audio CD: 4 Seiten
Verlag: AME hören;
Auflage: 1., Erstauflage
(30. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3868420010
ISBN-13: 978-
3868420012
gelesen von Johannes
Steck
Preis EUR 15,90


Im Vergleich...


leichter, softer, langsamer


dunkler, härter, schneller

Black Dagger Menschenkind
von J. R. Ward

auf Deutsch erschienen im Okt 08 im Heyne Verlag
350 Seiten*, Taschenbuchformat

Preis: EUR 7,95

ISBN: 3453532821
EAN: 9783453532823
Übersetzt von Astrid Finke


*auch hier wurde das englische Original leider wieder in zwei Teile gespalten und damit
völlig unnachvollziehbar an einer spannenden Stelle auseinandergerissen...

Leseprobe

»Weißt du, wovon ich träume, Süßer?«
Butch O'Neal setzte seinen Scotch ab und betrachtete die Blondine, die ihn angesprochen hatte. Hier im VIP-Bereich des ZeroSum war sie in ihren weißen Lacklederstrapsen schon eine heiße Nummer. Eine Kreuzung aus Barbie und Barbarella. Das Sortiment des Reverend war immer vom Feinsten, aber vielleicht war sie auch Model für FHM oder Maxim.
Sie legte ihre Hände auf den Marmortisch und beugte sich zu ihm vor. Ihre Brüste waren perfekt, das Beste, was man für Geld kaufen konnte. Und ihr Lächeln war strahlend, ein Versprechen auf kommende Freuden, für die man Kniepolster benutzt. Ob nun für Geld oder nicht, das war eine Frau, die ausreichend zu schlucken bekam und das auch gut fand.
»Na, was ist, Süßer?«, übertönte sie die hämmernden Techno-Beats. »Willst du meinen Traum nicht in Erfüllung gehen lassen?«
Er verzog leicht die Lippen. Keine Frage, sie würde heute Nacht jemanden glücklich machen. Vermutlich eine ganze Busladung voller Glückspilze. Aber er würde nicht in dem Doppeldecker mitfahren.
»Sorry, du musst dir einen anderen Prinzen suchen.«
Ihr völliger Mangel an Reaktion klärte die Frage nach ihrem Berufsstand. Mit einem leeren Lächeln schwebte sie zum nächsten Tisch und zog dort die gleiche Nummer ab.
Butch legte den Kopf in den Nacken und saugte den letzten Rest Lagavulin aus seinem Glas. Ohne weitere Verzögerung winkte er einer Kellnerin. Sie kam gar nicht an seinen Tisch, sondern nickte nur und machte sich direkt auf die Socken, um Nachschub zu beschaffen.
Es war fast drei Uhr morgens, der Rest des Dreigespanns würde also in einer halben Stunde auflaufen. Vishous und Rhage waren unterwegs, um Lesser zu jagen, die seelenlosen Bastarde, die ihre Art vernichten wollten. Doch wahrscheinlich würden die beiden Vampire enttäuscht hier landen. Der geheime Krieg zwischen ihrer Spezies und der Gesellschaft der Lesser war den ganzen Januar und Februar über eher stockend geführt worden, denn nur wenige Vampirjäger ließen sich blicken. Das war eine gute Nachricht für die Zivilbevölkerung, gab der Bruderschaft aber Grund zur Sorge.
»Hallo, Bulle.« Die tiefe Männerstimme ertönte direkt hinter Butchs Kopf.
Butch lächelte. Bei dem Geräusch musste er immer an nächtlichen Nebel denken; die Sorte, die eine tödliche Gefahr verhüllt. Gut, dass er etwas für die dunkle Seite übrighatte.
»N'Abend, Reverend«, gab er zurück, ohne sich umzudrehen.
»Ich wusste, du würdest sie wegschicken.« »Kannst du Gedanken lesen?«
»Manchmal.«
Butch warf einen Blick über die Schulter. Der Reverend stand in lässiger Pose im Schatten, die Amethystaugen leuchtend, der Iro auf seinem Kopf kurz rasiert. Sein schwarzer Anzug war großartig: Valentino. Butch besaß genau den gleichen.
Wobei das gute Stück im Fall des Reverend von seinem eigenen Geld gekauft worden war. Der Reverend, alias Rehvenge, alias Bruder von Zs Shellan Bella, war der Eigentümer des ZeroSum und verdiente an allem, was hier über beziehungsweise unter dem Ladentisch ging, mit. 



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Vampire
Urban Fantasy - Erotic Fantasy

Butch ist ruhelos und unglücklich. Sein Leben bei den Black Dagger ist zwar luxuriös, doch richtig dazu gehörig fühlt er sich auch nicht als Mensch. Er zieht durch die Clubs und trinkt zuviel, auch um Marissa zu vergessen, von der er glaubt, sie hätte kein Interesse an ihm. Gleichzeitig wird Marissa bewusst, dass ihr Leben nicht mehr viel wert ist. Von der Adelsgemeinschaft verstoßen, fällt sie auch bei ihrem strengen Bruder in Ungnade, da sie nicht nach seinen Vorgaben leben will. So kommt Marisse zu der Black Dagger Gemeinschaft, wo sie auch freundlich aufgenommen wird.
Butch zieht unterdessen um die Häuser und wird von Lessern angefallen und entführt. Omega hat einen hinterhältigen Plan: Sie/Er will Butch infiltrieren und somit das Versteck der Bruderschaft aufdecken. Omega schafft es auch, Butch ein verseuchtes Teil zu implantieren und sein Gedächtnis zu löschen. Vishous findet seinen Freund in halbtotem Zustand und bringt ihn zurück, auch wenn Butch irgendwie weiß, dass er ab sofort etwas Gefährliches in sich trägt. Auf der Krankenstation kommt es zum Treffen mit Marissa und beide können sich aussprechen. Auch wenn Butch Angst hat, Marissa zu gefährden, kann er ihrer Anziehungskraft nicht widerstehen, er liebt sie immer noch. Doch das Böse in ihm schwelt und er weist letztendlich Marissa von sich um sie zu schützen. Zusammen mit seinem Kumpel Vishous nimmt er sich vor, einen Weg zu finden, seine "Verseuchung" aufzuheben und die Urheber zu bestrafen. Parallel scheint es noch einen anderen Weg zu geben, Butch und gleichzeitig seine Beziehung zu Marissa zu retten. Vishous glaubt, dass es in Butchs Ahnengeschichte Vampire gegeben haben muss. Kann Butch tatsächlich als Vampir zu der Bruderschaft der Black Dagger kommen?

Es ist wirklich sehr bemerkenswert, wie J.R. Ward durchweg das gleiche Niveau in ihren Büchern bietet. Menschenkind ist ein absolut fantastisches Buch mit tollen Charakteren und einer packenden Story. Man bekommt sozusagen, was man nach der Lektüre der vorigen Bände erwartet. Obwohl ich anfangs dachte, dass eine Geschichte mit Butch in der Hauptrolle nicht so toll wird, hat mich das Buch eines Besseren belehrt. Butch ist ein schwieriger Charakter mit problematischer Vergangenheit und vielen Selbstzweifeln. Seine Zerrissenheit zwischen den Menschen und den Black Dagger ist überzeugend dargestellt und man kann sich gut in seine Lage hineinversetzen. Die Beziehung zu Marissa ist von Widrigkeiten geprägt aber dennoch intensiv und außergewöhnlich. Es wird genau beschrieben wie sehr Butch Marissa will und wie sehr ihn gleichzeitig seine Zweifel übermannen. Man kann richtig mitfiebern und es ist unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Die Nebenhandlung mit den Lesser ist dieses Mal gut eingeflochten und die Szenenwechsel sind nicht so unangenehm wie bei einigen Vorgängern. Zum ersten Mal verbindet sich alles: Menschen, Vampire und Lesser, dadurch, dass Butch von Omega gezeichnet wird.
Die Liebesszenen sind gut platziert und recht explizit, aber ohne billig zu wirken. Es knistert richtig, wenn Marissa und Butch sich näher kommen und man wünscht sich als Leser nichts mehr, als dass die beiden endlich zueinander finden können. Natürlich gibt es auch wieder Einlagen mit allen anderen Brüdern und der Wiedererkennungseffekt macht einfach Spaß. Da hat man das Gefühl, dazuzugehören, wenn Zhadist Bella durch die Halle jagt um dann über sie herzufallen. Trotzdem verliert J.R. Ward nie den Fokus auf die Hauptpersonen. Vor allem im zweiten Teil (hier im Buch Vampirherz) eröffnet sich dem Leser ein Feuerwerk an Spannung, Emotion und Action. Vampirherz ist das bisher beste Buch der Serie und ich konnte es absolut nicht aus der Hand legen. Wobei ich jetzt schon weiß, dass das nicht an Butch liegt, es liegt an Vishous. Und der ist mehr als faszinierend. Es bleibt zum Schluss nur noch zu sagen, dass es eine Unverschämtheit ist, dass Heyne das Original so willkürlich auf zwei Bücher verteilt hat.

Fazit
Packender Liebesroman voll knisternder Erotik und dunkler Spannung.




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